Nordgrat - "Grubenkarpfeiler"

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Routen Details:
Die Ersteigung der Grubenkarspitze (im Karwendel) über den Nordgrat vom Hohljoch aus ist den Herren Karl Berger, Otto Melzer und Emil Spöttl aus Innsbruck am 25. August gelungen. Vom Hohljoch bis auf den Gipfel wurden 9 St. benöthigt
Quelle.Mitteilungen des DÖAV 1901, Nr. 17, Seite 209

Grubenkarspitze. I. Ersteigung über den Nordpfeiler durch Otto Melzer, Emil Spötl
und den Unterzeichneten am 25. August 1901. Ueber dem Hohljoche setzt sich, erst in verwegener Steilheit, sodann in seiner Hauptrichtung horizontal und mit Riesenthürmen besetzt, ein Grat an die Grubenkarspitze. Den Aufstieg zum ersten Hauptthurm scheint, dem Anschauen nach, ein nasenartiger Ueberhang hoch oben zu missgönnen. An Latschenflecken, rasenbesetztem Fels und Geschröfe kamen wir schnell empor; einzelne Wandstufen vermochten uns keinen bedeutenden Aufenthalt zu bereiten. Der Ueberhang, das gefürchtete Hindernis, zeigte sich viel weniger böse als sein Aussehen. Bis zum vor­ gedrängten Fels steigt ein 15 Meter hoher Kamin; wo dieser an die Wölbung stösst, liess sich linker Hand aus weichen und an brüchiger, freier Wand zu einer minder geneigten Fläche und über diese zum Gipfel des Pfeilers aufsteigen. Bis hierher hatten wir 3 Stunden gebraucht. Da wir uns vorwitzig schon über allen Schwierigkeiten wähnten, hielten wir eine einstündige Rast. Ein schrofiger Kopf wurde so­ dann überschritten, und mit einem Schlage sahen wir uns nun vor drei fragliche Punkte gestellt. Der Grat brach knapp vor uns in unsichtbare Tiefe ab, ein mauerartiger Bau in nächster Folge schien wieder hohes Abseilen fordern zu wollen, und vielleicht 150 Meter weiter stand uns ein gewiss 70 Meter hoher, blanker Thurm im Wege, der sich beiderseits mit glatten Wänden auf den Grat stützt Wir seilten uns 15 Meter tief ab, der zweite Abbruch liess sich westlich umklettern und der Thurm unschwer östlich umgehen und von rückwärts, von Süden her, leicht ersteigen. Wir hatten von der ersten Raststelle aus bis nun ungefähr 3 Stunden benötigt und hielten wieder, nun äusser dem Bereiche der Schwierigkeiten, lange Rast. In einer Stunde wurde nun über den genussreichen Grat die Gipfelschneide in ihrem west­lichsten Theile erreicht. Für jene, welche den Nordpfeiler der Grubenkarspitze vom Sehen aus kennen, ist es wohl unnötig, die Schönheiten dieser Tour besonders zu betonen.
Karl Berger, Graz.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1901, Folge 598, Seite 318

Die erste Winterbegehung erfolgte in der Zeit vom 25. bis zum 28. Dezember 1978
Quelle: Bergsteiger 1979, Heft 8
Datum erste Besteigung:
1901
Erste(r) Winter-Besteiger(in):
28.12.1978
Gipfel:
Grubenkarspitze (Karwendel)
Erste(r) Besteiger(in):
Berger Karl (Innsbruck)
Melzer Otto
Spötl Emil
Erste(r) Winter-Besteiger(in)
Hoffmann Michael
Pruckner P.
Schrank Andreas
Schrank Sebastian