Nordwand - "Roßkuppenverschneidung"
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Routen Details:
Erste Begehung 13, - 16. Juni 1936
R. Schinko, F. Sikorowsky, 13. —16. Juni 1936. —
VI (mehrere Passagen), A1, A2 bei üblichem Begehungsstil; VI + (mehrere Passagen) unter Ausnützung aller Freiklettermöglichkeiten (wie es die Erstbegeher, beispielsweise an der Kante des Domüberhanges, taten). Ausquerungsmöglichkeit in der Mitte zur Roßkuppe NW-Kante hin (selten be nützt); oft begangener Anstieg, es befinden sich in der Regel alle H im Fels. Die Schwierigkeiten sind kontinuierlich. Etwa 400 m, 5—8 Stunden. Übersicht: Anstieg durch die die Dachl-Nordwand gegen die Roßkuppe-Nordwest- kante hin begrenzende und oft überhängende Verschneidung.
Führe: E. am Verschneidungsbeginn bei einem etwas nach links geneigten erdigen Riß. Den Riß 20 m empor, dann an seinem rechten Rand mittels eines kurzen Risses mit 18 m zu Stand unter dem Domüberhang. In das Domgewölbe hinein und den Übergang, erst frei, dann künstlich, hinaus zur Dachkante. Von der Kante mittels eines Zackens (üblicherweise wird darum eine Reepscnur gelegt und künstlich gegangen — die Erstbegeher bewältigten diese Stelle in freier Kletterei) zu einer senkrechten Rinne, der man zu schlechtem Stand aufwärts folgt. Nun überhängend aufwärts zu einer glatten Verschneidung und mit ihr zu kleinem Stand (25 m vom Stand nach dem Domüberhang). Weniger schwierig zu einem Rißüberhang; über ihn hinweg und gerade weiter zu kleinem Stand (20 m). Nun gerade (erst überhängender Riß, dann Platten) zu gutem Stand bei Holler busch (20 m). Von der erreichten Kanzel noch wenige Meter empor, dann nach links zu sehr seichten Querrissen. Diesen folgend, über eine Nische hinweg, bis auf ein schmales Grasband (am Quergang schlechte Haken!). Vom linken Ende des Grasbandes aufwärts zu Stand in der Verschneidungsfortsetzung (Aus querungsmöglichkeit nach links zur Roßkuppenkante). Gerade 25 m aufwärts auf eine große abfallende Kanzel unter Überhängen. Über die abschüssige Kanzel absteigend nach rechts und mit einem Rechtsbogen in die Verschneidung nach links zurück. In ihr in eine enge Nische (25 m von der Kanzel). Aus ihr kurz nach links, dann mittels H über das Nischendach in die abdrängende Verschneidung und in ihr zu gutem Stand (28 m). Bei abnehmender Schwierigkeit mit 30 m in den Grund des markanten ,,Trichters”. In seinem Grund (Geröll, steiles Gras) etwa 10 m empor, dann abdrängend an die rechte Kante und an ihr aufwärts bis zu einem abgesprengten Block. Nun Quergang nach links in den rechten Trichterriß, den man oberhalb seines Überhanges erreicht. Diesen empor und schließlich links hinaus zu Stand bei Zacken (30 m). Jenseits absteigen auf einen Trichter absatz, dann kurz aufwärts zu Stand. Nun über eine Hangelschuppe nach links, auf einen Absatz hinauf, jenseits etwas hinab und nach links auf ein Bändchen. Auf ihm, etwas ansteigend, nach links (zuletzt abdrängend) in das leichte Gelände der oberen Roßkuppenkante (etwa 50 m vom Quergangsbeginn). Mit dieser (etwa 100 m) zum Ausstieg.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1981, Folge 1439, Seite 90
Winterbegehungen in den Ostalpen.
Leopold Forstenlechner und Josef Lach haben mit drei eingeschalteten Biwacks die Dachl-Roßkuppen-Verschneidung im Gesäuse (als "Todesverschneidung" bekannt) erstmals im Winter erklettert. Es rückten Rettungsmannschaften aus.
Quelle: DAV Mitteilungen 1954, Heft 2, Seite 30
Roßkuppe-Dachl-Nordverschneldung erstmals im Winter durchstiegen!
Um die Monatswende Januar/Februar 1954 gelang den bekannten Alpinisten Leopold Forstenlechner und Josef Lach aus Unterlaussa, Steiermark, die erste Winterbegehung der Roßkuppe-Dachl-Nordverschneidung (der sogenannten »Todesverschneidung") im Gesäuse. Die Verschneidung wurde bekanntlich vom 13. bis 16. Juni 1936 durch die beiden Grazer Bergsteiger Raimund Schinko und Fritz Sikorovsky erstmals begangen und zählt mit Schwierigkeit VI+ der Alpenskala zu den extremsten Gesäusefahrten. Der Winterdurchstieg Forstenlechner-Lach erfolgte bei enormer Kälte. Die Kletterer waren 4 Tage in Fels und Eis, hatten also drei Biwaks zu überstehen. Forstenlechner ist ,als Teilnehmer an der Österreichischen Himalaya-Expedition 1954 eingeteilt; angeblich hat
er die Winterbegehung der Roßkuppe-Dachl-Verschneidung als Vorbereitung für die Aufgaben in den Hochbergen des Himalaya unternommen.
Quelle: Der Bergsteiger 1953/54, Heft 6, März 1954, Seite 62
Datum erste Besteigung:
16.06.1936
Gipfel:
Dachl
Erste(r) Besteiger(in):
Schinko Raimund
Sikorovsky Fritz
Erste(r) Winter-Besteiger(in)
Forstenlechner Leopold (Leo)
Lach Josef