Südwandschlucht

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Routen Details:
Quelle: Der Gebirgsfreund 1948, Seite 30;


Geisterkogel (2245 m). Erste Ersteigung durch die Südwandschlucht durch Hubert Peterka, Herbert Pfersmann, Fritz Proksch und Ignaz Obermüller, am 31. Juli 1946.
Allgemeines: Die Geisterkogel-Südwand wird von einer gewaltigen Schlucht durchrissen, die sich in ihrer Mitte nach rechts abwinkelt und in die Gipfelfelsen überleitet. Rechts der Schlucht befindet sich der bisherige Südwandanstieg (K. Prusik und L. Wührer, Juli 1928); links wird sie vom weitvorspringenden Südgrat begrenzt (Anstieg: H. Peterka und F. Zimmermann, Juli 1939; siehe ÖAZ. Nr. 1213, Seite 17, Mai 1940). Innerhalb der Südwandschlucht sind mehrere Kamine eingelagert, die meistens größere Abschluß­dächer besitzen. Sie werden durchwegs überklettert.
Einzelheiten: Aus der Weiten Zahring um den tiefherabreichenden Südgrat herum und hinauf zur Ausmündung der auffallenden Südwandschlucht (vorher ist eine enge Kaminreihe sichtbar, die rißartig den Vorbau des Südgrates durchzieht). Beim Einstieg Schneereste und Steinmann. Durch eine plattige Rinne aufwärts zu einer Stufe, die bis zu ihrem Ende verfolgt wird. Einen Kamin 4O Meter empor und zum Abschluß­überhang. Diesem links ausweichend und nach kurzem Plattenquergang in die linke Rißverschneidung, die direkt erklettert wird. Schräg rechts weiter und über Platten in eine Geröllrinne. (Bis hierher größte Steinschlaggefahr!) In der Rinne bis zu ihrem Ende hinan und nach rechts in die Umwinkelung der Südwandschlucht. (Ab hier ist es möglich, über gutartige Felsen den waagrechten Teil des Südgrates zu erreichen.) Der schuttige Schluchtgrund wird durch vereinzelte Absätze unterbrochen und endet schließlich in einer brüchigen Höhle (Steinmann). Aus dieser hochspreizend, in der linken Seitenwand über einen Überhang hinweg und unmittelbar in der linken Rißverschneidung aufwärts. Nach einem weiteren Kamin wird über steile Schrofen der oberste Südgrat und über diesen der Gipfel erreicht.
Sehr schwierige Kletterei. Kletterzeit 2 Stunden vom Einstieg. Felshöhe 400 Meter.
Nachsatz: 1. Abstieg über die Ostkante (ohne Abseilen) am selben Tage durch Hubert Peterka im Alleingang
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1950, Folge 1253, Seite 149-150
Datum erste Besteigung:
31.07.1946
Gipfel:
Geisterkogel
Erste(r) Besteiger(in):
Obermüller Ignaz
Peterka Hubert
Pfersmann Heribert,
Proksch Fritz