Südwestgrat

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Routen Details:
Ilmspitzen. I. Ersteigung über den Südwestgrat.
Die Herren Otto Melzer, Karl und Her­mann Grissemann und ich stiegen am 29. Juni 1901 von der Karalpe im hintersten Pinnisthale zum Fusse des Südwestgrates empor, der über eine 70 Meter hohe Wand erreicht wird. Denselben lange direkt ver­folgend, steht man plötzlich vor einem senkrechten Grataufschwung. Auf der Ostseite geht es nun auf plattigem Bande zu einer Eisrinne und durch sie in eine Scharte zwischen dem Bergmassiv und einem Vorbau. Hier dürfte seinerzeit R. H. Schmitt mit einem Gefährten genächtigt haben; er musste dann tags darauf die Tour aufgeben und zurücksteigen. Zwischen den beiden Wänden stemmt man sich nun anstrengend empor. Sehr heikel ist der Uebertritt auf die Bergwand und das erste übergeneigte Stück derselben. Selbst am berühmten Winkler- und Delagothurm sind keine schwereren Stellen. Darnach schärft sich wieder der Grat, der nun leicht verfolgt wird. Der bequemste Anstieg auf diese so selten besuchten Gipfel führt wohl von Gschnitz über die lange Sandreisse in die hochgelegene Gratscharte, von der aus jede Spitze in kurzer Zeit erreicht werden kann. Diesen benützten wir zum Abstieg. Er ist auch von der comfortablen Innsbrucker-Hütte am Pinnisjoch gut zu machen. Der Südwestgrat ist selbst sehr verwöhnten Kletterern zu empfehlen.
(+) Emil Spötl, Innsbruck
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1901, Folge 596, Seite 299
Datum erste Besteigung:
29.06.1901
Gipfel:
Ilmspitze Innerste
Erste(r) Besteiger(in):
Grissemann Carl
Grissemann Hermann
Melzer Otto
Spötl Emil