Gratübergang vom Roten Turm
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Routen Details:
Grat vom Roten Turm zur Sandspitze. 1. Begehung. 28. Juni 1902.
Mit Freund J. Meschnigg ab Leitmeritzerhütte 4 U. 30. Auf der Scharte zwischen Rotem Turm und Laserzwand 5 U. 45. Aufstieg auf den Roten Turm durch den Schmittkamm, an Spitze 6 U. 45. Abstieg über den Südostgrat in die Scharte, von dieser im Couloir ca. 20 Meter abwärts, dann durch den ersten Kamin zur Linken auf ein äußerst schmales Scharti zwischen dem zweiten und dritten Zacken des nächsten Turmes. Man könnte denselben „Kleiner Turm“ nennen, da er ein selbständiger Gipfel und nur um einige Meter niedriger als der Rote Turm ist. Vom Schartl zuerst auf den zweiten und dann mittels eines weiten Schrittes auf den ersten Zacken (immer vom Roten Turm her gerechnet); 7 U. 15. Auf gleicher Route zurück ins Scharti und dann weiter auf den dritten Zacken. Abstieg in die nächste Scharte und weiter, einen kleinen Nebenzacken (den vierten) südlich umgehend, in die Scharte nordwestlich des Kleinen Laserzkopfes; 9 U. Dann fortwährend auf der Gratkante bis zur Scharte nordwestlich der Großen Galitzenspitze. Letztere stürzt zu dieser Scharte in einer Plattenwand sehr steil ab, daher stiegen wir in einem Couloir gegen das Laserzkar ca. 40 Meter ab, bis uns links wieder eine Schneerinne auf die Scharte zwischen Großer und Kleiner Galitzenspitze leitete. Von dort zuerst links aufwärts über ein Schuttbaud an die Kante des Nordwestgrates und über diesen auf die Große Galitzenspitze (i U. 15). Denselben Weg zurück zur Scharte und weiter über den Grat auf die Kleine Galitzenspitze, (1 U. 45). Abstieg ins „Böse Scharti“, dann ca. IO Meter an der Nordostseite des „Däumels“ traversierend und hierauf etwas schief nach links aufwärts kletternd über eine steile Wand auf das Plattenlager unterhalb des letzten Gipfelaufbaues des „Däumels“ und durch einen sehr schwierigen Kamin auf die Spitze desselben (4 U.). Abstieg in die Daumenscharte (4 U. 45) und Aufstieg auf dem gewöhnlichen Wege auf die Sandspitze (5 U. 15). Zurück zur Daumen scharte und über das Schartenscharti wieder zur Leitmeritzerhütte; 8 U. 15 abends. Bei dieser Tur wurde der „Kleine Turm“ das erstemal betreten, der „Däumel“ das erstemal traversiert, das zweitemal überhaupt bestiegen. Die Zeiten werden sich, wenn die Tur in späterer Jahreszeit unternommen wird, bedeutend kürzen lassen; wir hatten besonders mit weichem, auf den Platten nur lose aufliegendem Schnee und wasserüberronnenen Felsen zu kämpfen.
Ing. Franz Glatter, Nikolsdorf.
Quelle: Österr. Alpenzeitung 1903, Folge 639, Seite 176-177
Datum erste Besteigung:
28.06.1902
Gipfel:
Sandspitze Große
Erste(r) Besteiger(in):
Glatter Franz-J.,
Meschnigg J.