Südpfeiler oder Schweizerpfeiler

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Routen Details:
Großer Drusenturm (2828 m), Südpfeiler, 1. Ersteigung.
Steht man im Rätikon vor der über 2 km langen, 500—600 m hohen Südwandflucht der Drusenfluh und der Drusentürme oder der Drei Türme, so fällt dem Betrachter schon beim ersten flüchtigen Überblick jener gewaltige, etwa 500 m hohe Pfeiler auf, der die Südwand des Großen Drusenturmes zum weitaus imposantesten Wandstück macht und bis 1954 unerstiegen blieb, obgleich schon 1933 die Bregenzer E. Burger, K. Bizjak und F. Matt diese Wand links neben jenem Pfeiler durchstiegen und damit die erste „Sechser" -Führe an der Drusenfluh gefunden hatten. Wenn dieser verlockende Pfeiler, eines der großartigsten Schaustücke in der Felsenwelt des Rätikons, bis 1954 unbezwungen blieb, obzwar er das Problem dieser Wandflucht darstellte, so weiß der Eingeweihte schon, was es geschlagen hat und was dort für Schwierigkeiten einem Besteigungsversuch entgegengestanden haben.
Am 6. September 1954 gelang zwei jungen Schweizern der große Wurf: Max Niedermann aus Oberbüren und Wisi Fleischmann aus Altendorf. Max Niedermann gibt folgende Wegbeschreibung der neuen Führe:
Einstieg: In der Fallinie der Schlucht, die rechts (östlich) vom Südpfeiler die ganze Wand durchreißt, im unteren Teil aber wenig ausgeprägt ist.
Durchstieg: Zuerst etwa 100 m seilfrei empor. Etwa 40 m bevor die Schlucht steil und überhängend wird, über die linke 20 m hohe Felsstufe auf einen Geröllplatz. Etwas links queren in eine Rinne (an ihrem Anfang ein Steinmann); durch die Rinne hoch, bis sie überhängend wird (Standhaken; bis hierher seilfrei). Nun rechts hinaus und etwa 35 m über Platten empor auf ein Pfeilerköpfchen unter einer Art gelblicher Verschneidung (H — Haken). Etwa 6 m rechts queren und über grifflose Platten, immer leicht rechts haltend, hinauf unter eine kurz überhängende Verschneidung; durch diese hinauf zu Standplatz. Von hier aus durch den linken Riß empor und nach 20 m zu einem Standplatz (H). Rechts aufwärts haltend über eine Rampe, an deren Ende um die Ecke in eine links hochführende Schlucht. 40 m frei kletternd empor unter einen überhängenden Kamin; im Kamin hinauf, nach etwa 25 m Standplatz (H). Weiter rechts aufwärts über Plattenschrofen zu einem 20 m hohen überhängenden Rißkamin. Diesen hinauf zu Stand (H). Weiter etwa 30 m die hier ansetzende Rinne hinauf auf einen Absatz an der Pfeiler￾kante. Von hier einige Meter rechts hinaufqueren in eine Art Verschneidung und diese hinauf zu Stand (H). Nun ungefähr 40 m über Platten und Überhänge empor unter einen gelblichen überhängenden Wulst (H); unter diesem einige Meter nach rechts queren. Über eine abdrängende Platte empor und an einem Riß hinauf, nach etwa 25 m unter einem dachartigen Überhang (H). Über den Überhang und an￾schließende Plattenstufe zum Gipfel.
Pfeilerhöhe 500 m. Kletterzeit der Erstersteiger 10 Stunden. Schwie￾rigkeitsgrad VI nach Alpenskala. Es wurden ungefähr 25 Haken steckengelassen, etwa ein Drittel der geschlagenen Haken.
Quelle: Der Bergsteiger 1954-55, Heft 02 November 1954, Seite A 30


Großer-Drusenturm-Südpfeiler
Der 600 m hohe Südpfeiler ist zwar schon 1954 von den Schweizern Max Niedermann und Wisi Fleischmann erstbegangen worden und seit bald drei Jahrzehnten einer der beliebtesten Anstiege, aber eine brauchbare Skizze ist bisher noch nicht erschienen. Die im AVF Rätikon angegebene Schwierigkeitsbewertung VI A2 stammt noch von den Erstbegehern; VI— dürfte richtiger sein. Unsere Skizze soll künftige Begehungen erleichtern.
Quelle: Der Bergsteiger 1982, Heft 4, Seite 50

Datum erste Besteigung:
06.09.1954
Gipfel:
Drei Türme, Großer Turm
Grafik:
Drusenturm Großer - Südpfeiler -BST 1982-4
application/pdf Drusenturm_Groer_Sdpfeiler_-_Bergkamerad_1960-22_August.pdf
application/pdf Drusenturm_Groer_Sdw._Winterb._-_Bergkamerad_1958-59_S._368.pdf
Erste(r) Besteiger(in):
Fleischmann Wisi
Niedermann Max