Südostkante
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Routen Details:
Torre Trieste (2436 m), Südostkante. Neuer Anstieg, ausgeführt vom 14. bis 16. August 1935 durch Riccardo Cassin und Vittorio Ratti.
Ersteigungsbericht: Man verfolgt den Pfad, der vom Taieboden in das Val delle Sasic führt. Ehe die Schlucht erreicht wird, die von diesem Tal herabzieht, steigt man wieder auf den Sockel hinauf, der die Südwand mit einem Teil der Ostwand verbindet, und erreicht auf diese Weise den Einstieg. Man geht die Wand 20 m links der Kante an und klettert in schwierigem, doch festem Fels empor, bis die Wand überhängt, gelblich und brüchig wird (Haken und Seil) und man etwas höher oben einen Haken mit Karabiner erblickt. Man klettert nach rechts in einen überhangenden Riß, bis der erwähnte Haken erreicht wird. Immer weiter nach rechts fortschreitend sind noch einige Haken in einem schmutziggelben Wandl verteilt, vermutlich von früheren Versuchen. Dann quert man einige Meter unter einen Überhang und über die darauffolgende senkrechte Wand zu einer kleinen Terrasse (rund 60 m vom großen Band). Über einen weiteren Überhang gerade empor und über leichteres Gelände zu einer Reihe gelblicher Vorsprünge (Biwak). Ein äußerst ausgesetzter Quergang nach links, anfänglich leicht absteigend, dann schräg aufwärts, führt zu einem Vorsprung, der rechts durch einen Riß erklommen wird. Durch einen überhangenden Riß, dann senkrecht empor, gelangt man zur ersten Schulter, die von unten gut sichtbar ist. Man könnte nun die Kante unmittelbar erklettern, da aber der gelbliche Fels äußerst brüchig ist, hält man sich einige Meter nach links und benützt einen Riß, der schräg nach links zieht und unter ein Dachl führt, das bis zu einem bequemen Absatz in heikler Kletterei erklommen wird. Weiter empor in einem überhangenden Riß zur zweiten Schulter, in eine kleine Einsenkung rechts der Kante; hier fester Fels mit überhangenden Wülsten, über die man zu einem bequemen Band gelangt (zweites Biwak). Das weit vorspringende, den Biwakplatz schützende Felsdach wird mittels Steigbaum erstiegen.
Durch Umgehung von links nach rechts werden die Überhänge leichter bewältigt, die auf eine leicht zugängliche, bequeme Terrasse führen. Abermals mittels Steigbaumes auf einen Vorsprung; dann gerade empor durch einen Riß, der an den Fuß eines Türmchens führt. Weiter durch einen Kamin, der durch die Wand und den Turm gebildet wird, bis man den Gipfel des Turmes erreicht. Durch einen erst überhangenden, dann bequemen Riß zum Beginn des Schlusskamines, der bis zum Gipfel durchstiegen wird.
Der Abstieg wurde in später Nacht durch 400 m hohes Abseilen auf der Zanetti-Westroute durchgeführt.
Durchwegs Schwierigkeitsgrad VI. Zeitaufwand: 51 Stunden, davon 17 Stunden reine Kletterzeit.
Geschlagen wurden 60 Mauerhaken, von denen 30 stecken blieben. Zwei Biwaks. Ein heftiges Gewitter, das am Morgen des ersten Tages einsetzte, nötigte die Ersteiger, die Kante erst gegen 12 Uhr in Angriff zu nehmen. Das zur Begründung der kurzen Dauer der Kletterei am ersten Tage.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1937, Folge 1179, Seite 72
Datum erste Besteigung:
16.08.1935
Gipfel:
Trieste Torre
Erste(r) Besteiger(in):
Cassin Ricardo
Ratti Vittorio