Watzmann Ostwand - "Münchner Weg"
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Routen Details:
Watzmann-Südspitze (2712 m). Neuer Durchstieg durch die Ostwand unter Vermeidung der Schöllhornplatten und der Schwierigkeiten des Salzburger Weges. Durch Fritz Thiersch am 15.Juli 1929.
Der Weg führt durch die große Gras- und Karmulde, die links neben der Gipfelfalllinie der Südspitze zum Südgrat hinaufzieht und etwa 400 m über dem Einstieg nach rechts gegen den deutlichen Vorbau hin, der unter der Mitte des ersten Bandes liegt. Von der Eiskapelle am besten rechts in der Nähe des Baches aus dem Eiskar, über die Dolomitstufe hinauf. Über Gras und brüchiges Gestein zu einem großen Schuttfleck (1 St.). Weiter über die rechts hinter ihm (südlich) ansetzenden glattgewaschenen Felsen und Rinnen auf einen waagrechten Absatz rechts (Steinmann). Auf einem Plattenband 50 m nach links und dann rechts aufwärts zu Schrofen. In dem oberen grasbewachsenen Spalt, der hier sichtbar wird nach rechts hinüber bis über die nächste Rippe. Dann auf das tiefer ansetzende Grasband. Der Durchstieg führt dann hinter dem Turm am Ende des Bandes in die Schlucht hinein, die zwischen Wand und Turm eingeschnitten ist. Etwas rechts ihrer Mündung über die Wandstufe hinauf und in der Schlucht empor. (Die schweren Stellen werden seitlich umgangen.) Die Schlußwand hinter einem kleinen Geröllfleck wird von links nach rechts ansteigend überwunden. Nun auf den Grat des Turmes und nach Süden zur Wand hin. Leicht nach rechts zu den Platten, die vom ersten Band herab ziehen und über sie hinauf auf das erste Band. Hier Treffpunkt mit dem Salzburger -Weg. Mit Ausnahme der nun folgenden 20 m hohen Stelle (sehr schwer) nur schwierige Kletterei.
Bis zum Erreichen des I. Bandes (4-5 Std.), zum Gipfel weitere 2 1/2 Std.
Quelle: 37. Jahresbericht des Akademischen Alpenvereins 1928/1929, Seite 62-63
Winterbegehung der Watzmann-Ostwand.
Die 7. winterliche Durchsteigung der Watzmann-Ostwand (2. Winterbegehung des „Münchner Weges") glückte in der Zeit vom 29. bis 31. Dezember 1949 den vier jungen Bergsteigern Hans Richter (AK. Berggeist), Hans Alfred Seelig, Franz Pfnür (alle drei Jungmannschaft AVS. Berchtesgaden) und Viktor Niedermayer (Jungmannschaft AVS. Straubing). Einstieg am 29. Dezember nachmittags. Bei Mondlicht wurde bis gegen den „Münchner Turm" aufgestiegen. Nach zweistündiger Rast Weiterweg. Die Gipfelschlucht bot im unteren Teil gute Verhältnisse. Biwak etwa 200 m unterhalb des „massigen Pfeilers" (18 Uhr). Oberster Wandteil, Pulverschnee. Am 31. Dezember 19 Uhr wurde — 48 Stunden nach dem Einstieg — die Südspitze erreicht. Abstieg zur Wimbachgriesalm. Freunde beobachteten sicherheitshalber den Durchstieg von den Watzmannkindern aus.
Quelle: DAV Mitteilungen 1950, Heft 2, Seite 30
Datum erste Besteigung:
15.07.1929
Gipfel:
Hocheck-Südspitze ( Schönfeldspitze )
Erste(r) Besteiger(in):
Thiersch Friedrich