Nordwestverschneidung
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Routen Details:
Sdsteinkarwand (2317 m). 1. Begehung der Nordwestverschneidung am 25. Juli 1937 durch Hubert Peterka und Fabian Knebl.
Allgemeines: Zwischen den Anstiegen Jara-Kolb über die Nordwand und Lindenbach-Gerlich über die Nordwestwand befindet sich eine auffallende Rißverschneidung, welche in senkrechter Linie den Steilabsturz durchzieht. Sie bricht nach unten zur Pfannlschlucht mit dem bekannten dachartigen Überhang ab. Die obere Ausmündung erfolgt beim „Trichter" vor Beginn des weniger steilen Gipfelausbaues. Aus dein Ödsteinkar in den
obersten Winkel zum gemeinsamen Einstieg der Ödstein-Nordwand und Pfannlschlucht.
Einzelheiten: Über eine schwierige Stufe in der Nähe des dachartigen Überhanges und knapp links daneben weiter, bis es möglich ist, mittels schwierigen Überstieges über eine senkrechte Stufe nach rechts, oberhalb des überhangenden Daches, in jene Platten zu kommen, welche vom großen Verschneidungswinkel abstreichen. Im prächtigen, ausgewaschenen Fels bei zunehmender Neigung unmittelbar zum Ansatz der Steilwand und zum Beginn der Verschneidung. Schief nach rechts auf ein abstehendes Köpfl. Mit weitem Spreizschritt (haken) nach links in einen feinen Riß und durch diesen nach 40 m zu einem guten Standplatz. 8 m oberhalb unter einem kleinen Überhang nach rechts und Quergang zu einem kurzen Band, über gutgestufte Felsen halbrechts zu einem schönen Blockriß und zu Stand mit haken. Man befindet sich in der rechten Begrenzungswand der naßen Rißverschneidung, welche immer die Richtung für den Anstieg abgibt, jedoch später erst direkt betreten wird. Unmittelbar durch den Riß oberhalb des Standes, dann kurzer Quergang nach links an die Kante und über einen kleingriffigen Überhang gerade hinauf, höher oben wird ein Sicherungsstand erreicht (haken). Durch den rechts ansetzenden Riß im rauhen Fels gerade weiter und bei einem abstehenden Block Quergang nach links in die große Verschneidungsbucht. So lange in dieser hoch, bis es möglich ist, mittels Querganges den links befindlichen Kamin zu erreichen. Dieser wird bis zu seinem Ende begangen; die obere Fortsetzung — ein schmaler Wasserriß — wird nicht erklettert! Man befindet sich jetzt in der linken Begrenzungswand der großen Rißverschneidung und muß wieder mittels Querganges nach rechts in die andere Begrenzungsfläche hinüberkommen. Bei einem kleinen Überhang, dicht bei Beginn des schwarzen Riffes, über eine Steilplatte,
Quergang nach rechts und schief rechts zu einem Absatz in der großen Verschneidung (Steinmann). Der folgende, sehr enge Riß ist der Weiterweg bis zu einem guten Sicherungsköpfl. Bei der Gabelung den linken Ast höher lind schief rechts zurück in die Rißverschneidung. Bis zum abschließenden Überhang empor. Nun gerade über den Überhang hinauf (haken) oder, etwas weniger anstrengend, über abgesprengte Felsschuppen vorsichtiger Quergang nach links und hinter einer Ecke über einen Blocküberhang weiter zu Stand unmittelbar in der Verschneidung. Eine Platte führt einem abermaligen Rißsystem entgegen. Von den doppelten Verschneidungen die rechte empor (haken) und nach 25 m über einen brüchigen Überhang rechts hinaus aus guten Sicherungsstand. Das beginnende rampenartige Band führt schräg nach links zurück und auf eine große Stufe hinauf (Steinmann und Karte). Gerade auf weniger steile Felsen und über Absätze zum linken Begrenzungsgrat des „Trichters", unschwierige Bänder und Stufen leiten zum Gipfel.
Äußerst schwierige Kletterei. Kletterzeit ungefähr 6 Stunden. Einige Sicherungshaken wurden wieder entfernt. Diese neue Bergfahrt zählt zu den schwierigsten Kletterfahrten der Gesäuseberge
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1938, Folge 1193,Seite 116
Ödsteinkarwand (2317m). I. Begehung der Nordwestverschneidung. Hubert Peterka und Fabian Knebel am 25. Juli 1937. O. A.-Z. 1938, S. 116.
Österreichische Alpenzeitung 1939, Folge 1939, Seite 99
Datum erste Besteigung:
25.07.1937
Gipfel:
Ödsteinkarwand
Erste(r) Besteiger(in):
Knebl Fabian
Peterka Hubert