Nordwand - "Variante"
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Routen Details:
Quelle: Der Gebirgsfreund 1949, Seite 42
Angerstein-Hauptgipfel (2101 m). Erste Ersteigung über die unmittelbare Nordwand durch Hubert Peterka, am 30. Juli 1946.
Allgemeines: Dem gewaltigen, glattwandigen Nordabsturz des Angerstein-Hauptgipfels ist ein mächtiger Felsrücken angelagert, der sich unmittelbar über der Großen Weitscharte erhebt und über dem der bisherige Nordanstieg (K. Prusik, Juli 1925) emporführt, um den Ausstieg etwas oberhalb der Ausmündung des Nordkamins (Anstieg: K. Prusik, Juli 1925) am Gipfelkamm zu erreichen. Die eigentliche Nordwand des Gipfelmassivs wird von diesem Durchstiegsweg nicht berührt; sie stürzt völlig senkrecht gegen den Riesenkamin zwischen Angerstein-Hauptgipfel und Angerstein-Nordturm (Anstieg: H. Peterka und J. Kofler, Mai 1934) ab und bildet im unteren Teile mit dem vorerwähnten Felsrücken einen pfeilerartigen Vorbau. Dieser pfeilerartige Vorbau ist breitstufig bis zu seiner Mitte und verschmilzt höher oben im Felsrücken, der von der Weitscharte heraufkommt. Der Einstieg befindet sich knapp vor dem Einstieg des Riesenkamins der Angerstein Nordturm-Nordwand (siehe ÖAZ. Nr. 1159, Seite 167, Juli 1935). Der neue Anstieg benützt den breitstufigen, nordwestlich gerichteten Vorbau als untere und mittlere Wegführung und wendet sich vor seiner Verschmelzung nach links in die eigentliche Hauptgipfel-Nordwand, die geradewegs durchklettert wird. Der Ausstieg erfolgt fast unmittelbar beim Gipfelsteinmann.
Einzelheiten: Von der Großen Weitscharte nach Norden absteigend, unter dem angelagerten Vorbau tiefer und nach rechts in die Geröllrinne, die sich unter dem Nordabsturz befindet. Zehn Meter vor der Ausmündung des Riesenkamins der Angerstein Nordturm-Nordwand, Einstieg in den nordwestlichen Vorbau der Hauptgipfel-Nordwand.
An gut kletterbaren Felsen hinan und durch kurze Kamine zu einem kleinen Kessel (Steinmann). Gerade weiter in einen Doppelkamin, bzw. im rechten Ast stemmend empor und über den obersten, nassen Überhang hinweg. Um den folgenden Klemmwürfel links herum und zu einem zweiten Kessel hinauf (Steinmann), über Riesenblöcke weiter, unter einer tunnelartigen Felsbrücke in eine Geröllschlucht und in den obersten Teil des nordwestlichen Vorbaues empor. Man befindet sich an dieser Stelle der eigentlichen Hauptgipfel-Nordwand am nächsten, die sich völlig lotrecht aus der Geröllschlucht erhebt. Der erste, linke Kaminast wird nicht betreten, sondern unmittelbar der dahinter aufsteigende Kamin zur Wegfortsetzung benützt. Auch in ihm nur 10 Meter empor, dann Quergang nach links zu einem abgesprengten Block. Unter den Überhängen nochmaliger Quergang nach links zu sichtbaren Rasenpolstern unter einem überhangenden Riß. Unmittelbar durch diesen hinan und über den ersten und zweiten Überhang hinweg, in einen schräg rechts aufwärts steigenden Kamin. Nach Überkletterung eines dritten Überhanges, ungemein ausgesetzter Quergang nach links in die glatte Wandtafel hinaus und zu einer kleinen senkrechten Verschneidung (Steinmann und Karte). Durch sie gerade empor in leichtere Schrofen und unmittelbar zum Gipfel.
Teilweise besonders schwierige Kletterei. Kletterzeit 2 Stunden vom Einstieg.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1950, Folge 1253, Seite 149
Datum erste Besteigung:
30.07.1946
Gipfel:
Angerstein Hauptgipfel
Erste(r) Besteiger(in):
Peterka Hubert