Südwestwand - "Solda"
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Routen Details:
Erste Begehung in der Zeit vom 29. bis 31. August 1936
Winterbegehungen:
Die erste Winterbegehung der Marmolalata - Südwestwand wird von der Innsbrucker Seilschaft Hermann Buhl und Kuno Rainer gemeldet. Der Durchstieg gelang im März in 18stündiger Kletterei.
Quelle: DAV Mitteilungen 1950, Heft 5, Seite 77-78
Wintererstbegehung der Marmolata-Südwestwand
Das "As" der Tiroler Kletterer, Hermann Buhl, und sein Seilgefährte Kuno Rainer, beide Innsbruck, haben im März 1950 die Marmolata-Südwestwand durchstiegen. Erstmals war diese gewaltige Wand in der Zeit vom 29. Bis 31. August 1936 von den Italienern G. Solda und U. Confortala bezwungen worden.
Quelle: Der Bergkamerad 1950 27. Mai, Heft 34, Seite 543
Marmolata-Südwestwand - Zweite und dritte Begehung
13 Jahre nach der Erstersteigung, die am 29., 30. und 31. August 1936 den Führern Gino Solda und Umberto Conforto gelang, ist die SW-Wand der Marmolata — eine der schwierigsten Klettereien, vielleicht die schwierigsten der Dolomiten und der Ostalpen? — von neuem durchstiegen worden.
Es sind zwei italienische Kletterer, Marco Franceschini und Stenico aus Trient, denen am 7. und 8. August 1949, in 22 Stunden Kletterzeit, die zweite Begehung gelungen ist.
Am 23., 24. und 25. August wurde die dritte Begehung durch zwei Pariser Bergsteiger, Jean Couzy und Marcel Schatz durchgeführt, die erst bei ihrer Ankunft in der Contrin-Hütte am 22. August erfuhren, daß die zweite Begehung schon gemacht worden war.
Couzy und Schatz griffen am 23. um 5.45 Uhr an. Um 13.45 Uhr erreichten sie die große Terrasse in halber Wandhöhe, unterhalb der größten Schwierigkeiten. Von 15 bis 18 Uhr bereiteten sie die zwei folgenden Seillängen in einer gelben und überhängenden Riesenverschneidung vor, um dann zum Biwak auf der Terrasse zurückzukehren. Ein drohendes Wetter zwang sie am 24. um 6.30 Uhr zum Aufbruch. Um 9.30 Uhr waren sie beim höchsten am Vortage erreichten Punkt und bezwangen den Quergang nach rechts, der in die Schlußrinne führt. Um 14.30 Uhr, als sie einen kleinen Rastplatz erreicht hatten, brach das Unwetter los. Erst um 17.30 Uhr
konnten sie den Weg fortsetzen, aber auf den Bändern lag 15 cm Neuschnee. Um 18 Uhr waren sie am Fuß der Schlußrinne, wo sie in einer kleinen Nische biwakierten. Während der ganzen Nacht hörte es nicht auf zu schneien. Als es Tag wurde, waren die Verhältnisse wie in einer großen Nordwand und das Wetter war schlecht. Es war unmöglich, die Kletterei fortzusetzen. Aber während des Vormittags schmolz der Schnee. Der Kampf um den Berg, der nun folgte, war äußerst hart und mühsam. Vollkommen durchnäßt kletterten Couzy und Schatz unter äußersten Anstrengungen über kompakte und glitschige Felsen, trotz des rinnenden Wassers, Schnees und Eises. Um 18 Uhr, als sich der Sturm schließlich wieder erhob, erreichten sie den Gipfel. Nach einem raschen Abstieg kamen sie aufs Contrin-Schutzhaus, wo sie vom Wirt, den anwesenden Bersteigern und Führern mit Begeisterung empfangen wurden.
Durch die stete Anstrengung und das Anhalten der technischen Schwierigkeiten ist die Marmolata-SW-Wand die schwierigste Kletterei, die Couzy und Schatz gemacht haben. Der Fels ist massig, ohne Schichtung, oft schlecht. Das Hakenschlagen ist immer ein Problem und die Haken (Couzy und Schatz verwendeten zirka 80) sitzen oft
schlecht. Die schwierigsten Stellen sind so schwer wie die zwei Hauptstellen der Westwand der Aiguille Noire de Peuterey, aber sie sind zahlreicher. Von der großen Terrasse ab ist die Schwierigkeit nie unter IV und manche Seillänge zählt als V und VI, auch dies oft in freier Kletterei. (Nach „Alpinisme“ CAF, September 1949
Quelle: Berge und Heimat 1950, Heft 04 April 1950
Siebente Begehung der Marmolata-Südwestwand.
Am 26. und 27. Juli gelang der Nürnberger Seilschaft Karl Schenk und Werner Marsing die siebente Begehung der Marmolata-Südwestwand. Es war die erste deutsche Seilschaft, die diese Tour durchführte. Kletterzeit 20 Stunden, davon allein sechs Stunden für die Schlußwand und die Ausstiegsschlucht, die teilweise vereist und ein einziger Wasserfall war.
Quelle: Der Bergsteiger Heft 01 Oktober 1953, Seite 06
Am 19. und 20. März, mit einem Biwak und bei teilweise schlechtem Wetter, gelang den bekannten Tiroler Bergsteigern Hermann Buhl und Kuno Rainer (Innsbruck) die vierte Begehung der Marmolata-Südwestwand,
zugleich die erste im Winter! Die Wand wird bekanntlich als eine der schwierigsten Kletterfahrten der Ostalpen angesprochen. Reine Kletterzeit: 17 Stunden. Dies muß als eine der großartigsten alpinistischen Leistungen unserer Zeit bezeichnet werden.
Quelle: Berge und Heimat 1950, Heft 05, Seite 175
Marmolata-Südwestwand
Die 17. Begehung der Soldà-Führe machten am 21. Sept. d. J. Toni Kinshofer und Alex May aus Bad Wiessee. Diese Seilschaft benötigte für die äußerst schwierige Kletterei (VI+) nicht mehr als 9 Stunden!
18. Begehung am 17. September durch Armin Erdenkäufer und Erwin Weich in 8 Stunden ohne Biwak. Diese Seilschaft traf keine einzige nasse Kletterstelle an.
Quelle: Der Bergkamerad 1958/59, Seite 34
Datum erste Besteigung:
31.08.1936
Erste(r) Winter-Besteiger(in):
03.1950
Gipfel:
Marmolada di Penia
Erste(r) Besteiger(in):
Conforto Umberto
Soldà Gino
Erste(r) Winter-Besteiger(in)
Buhl Hermann
Rainer Kuno