Liposchek Franz
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Biografie:
Franz Liposchek (+)
In der Wiener Bergsteigerwelt, besonders der älteren Jahrgänge, ist „Lipperl" eine bekannte Persönlichkeit gewesen. Geboren am 21. Juni 1882 in Wien, scheint Lipperl schon in frühester Jugend in die Bergwelt gezogen zu sein. In seinem Nachlasse konnten leider keinerler Vormerkungen über seine alpine Tätigkeit gefunden werden. Feststellen konnte ich, daß er 1910 und 1911 mit Freund Richard Kopecny Klettereien im Wienerwald und am Peilstein durchführte. Sehr gern erinnerte er sich seiner Freundschaft zu Laubheimer, Blattmann, Tolar und mit Stolz seiner Mitwirkung im ehemaligen Touristen-Sängerchor.
In meine Gesellschaft kam er eigentlich erst am Ende des ersten Weltkrieges, um welche Zeit jedenfalls seine Sturm- und Drangperiode schon vorüber war. Der Arzt hatte ihm wegen seines „Sport"-Herzens schwere Bergfahrten verboten.
Lipperl war ein guter Geher, manchmal etwas eigensinnig und lieber den Gefährten den Vortritt lassend, dafür ein um so besserer Gesellschafter. Bei raschester Auffassungsqabe war ihm ein urwüchsiger Humor, Mutterwitz und gutes Mundwerk eigen. Zuweilen auch eine etwas sprunghafte Phantasie. Kleinen Streitigkeiten war er nicht abgeneigt, dann aber leicht beleidigt, wenn er im Unrecht war. Sonst aber durchaus gutherzig, warmfühlend und seinen Gefährten anhänglich.
Als am Ende des ersten Weltkrieges seine Firma „Prager Eisen" nach Prag übersiedeln mußte, zog er es vor, in Wien zu bleiben. Er heiratete dann seine Bürokollegin Marie. Ein blinder Zufall brachte Lipperl nach einer Raxpartie im Eisenbahnzuge mit einem Herrn Kohl zusammen, der einen geeigneten Nachfolger für seine kunstgewerblichen Werkstätten suchte. Da ihm Lipperl gefiel, bot er ihm sein Geschäft zu äußerst günstigen
Bedingungen an. Lipperl griff ohne viel Besinnen zu. Seine Intelligenz und Arbeitsfreude am und im neuen Berufe ließen ihn ganz darin aufgehen. Unter reger Anteilnahme seiner Frau brachte er das Geschäft auf eine beachtenswerte Höhe.
Im Jahre 1940 verlor er seine treue Helferin durch deren Tod. Sie fehlte ihm an allen Ecken und Enden, so daß er sich zu einer neuen Heirat entschließen mußte. Die zweite Frau starb jedoch schon nach einigen Monaten. Seine dritte Frau, Berta, lernte er während eines Kärntner Urlaubes kennen. 1943 heiratete er. Doch nur zwei Jahre war es ihm noch vergönnt, mit ihr in glücklichster Ehe zu leben. Anfang 1945 erkrankte er an Ruhr. Sein geschwächter Körper erlag dann den weiteren Folgekrankheiten, er starb am 4. August 1945, im 63. Lebensjahre.
Franz Pudernik.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1950, Folge 1249, Seite 021-022
1904 1.Beg.Finsterbachkopf-Südostgrat,2163m, (Berchtesgadener Alpen)
Geboren am:
21.06.1882
Gestorben am:
04.08.1945
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