Burnaby Elizabeth
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Biografie:
lediger Name: Elizabeth Alice Hawkins-Whitshed
Unternahm von 1882 bis 1890 113 große Hochtouren.
weiblicher Pionier des Winteralpinismus.
Quelle: Alpine Journal Volume 46, 1934
1861 kommt Elizabeth Alice Frances Hawkins-Whitshed in London zur Welt. Ihr Vater, Sir St. Vincent Hawkins-Whitshed, 3rd Baron von Killimcarrick, stirbt früh. Elizabeth wird von ihrer Mutter, Tochter des Reverend Sir J. Handcock, und einem Kindermädchen erzogen und geschult, was sie später einmal als Handicap bezeichnet. Die meiste Zeit ihrer Kindheit und Jugend verbringt sie in Killimcarrick House, Greystones, C. Wicklow in Irland.
1878 wird sie in London in die Gesellschaft eingeführt
1879 Heirat mit Captain Fred Burnaby. Ihr um einiges ältere Mann hat sich als Abenteurer und bewährter Soldat einen Namen gemacht.
1880 Geburt des Sohnes Arthur St. Vincent.
Um 1882 Elizabeth Burnaby wird aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Arzt in die Schweiz geschickt. Sie hält sich vorerst in Interlaken auf. Im Winter darauf besteigt sie von Chamonix aus den Montblanc und andere Gipfel.
1884 Ab diesem Jahr regelmässig in St. Moritz im Hotel Kulm. Im Winter misslingt ein Versuch, den Piz Roseg erstmals zu besteigen.
1885 Captain Fred Burnaby fällt am 17. Januar in der Schlacht in Abou Klea im Sudan.
Nach 1885 lebt sie fast vollständig in der Schweiz, im Engadin. Die Fotoaufnahmen, die sie macht, schenkt sie als Preise für Sportwettbewerbe. Sie gründet den St. Moritzer Hilfsfonds, der u.a. aus dem Erlös ihrer Fotoverkäufe finanziert wird.
1886 Heirat mit Dr. sc. J.F. Main, einem Doktor der Naturwissenschaft. Zwischen mehrere Winter-Erstbesteigungen, u.a. im Berninagebiet (Ost-Gipfel 1889-1891 Piz Palü; Disgrazia). Sie erregt Aufsehen mit einer führerlosen Frauenseilschaft.
1892 Tod ihres Ehemannes, Dr. sc J.F. Main.
1897 trifft sie Giovanni Segantini in Promontogno, wo sie ihn im Auftrag des Verkehrsvereins für das Engadiner Panorama (Weltausstellung 1900) zu gewinnen sucht. Er begleitet sie darauf ins Oberengadin und lässt sich von ihr auf dem schwarzen Eis des Silsersees ablichten.
1900 Heirat mit Francis Bernard Aubrey Le Blond. Le Blond ist begeisterter Sammler von China-Porzellan. Elizabeth reist mit ihm durch Asien. Sie verlässt das Engadin und lässt einen Koffer mit mehreren Hundert Abzügen im Hotel Kulm in St. Moritz zurück. Diese Abzüge gelangen 1999 ins Oberengadiner Kulturarchiv nach Samedan.
1907 Elizabeth Le Blond gründet den Ladies-Alpine Club, deren Präsidentin sie bis 1934 bleibt.
1928 veröffentlicht sie ihre Autobiografie Day in, Day out.
1934 stirbt Elizabeth Aubrey Le Blond im Alter von 73 Jahren.
© 2003 DIOPTER-Verlag für Kunst und Fotografie, Luzern www.diopter
Zu den Großmüttern des Alpinismus gehörte Miß Elisabeth Hawkins Whitshed, die unter nicht weniger als drei Namen in die Alpine Literatur eingegangen ist und dort beträchtliche Verwirrungen gestiftet hatte. Die 1861 geborene spätere Begründerin des „Ladies Alpine Club“ war nämlich dreimal verheiratet! Als Bahnbrecherin des winterlichen Bergsteigens- das sie aus Gesundheitsgründen in einem Maße betrieb, wie es kein Mann vor ihr gewagt hatte- scheint sie einmal als verehelichte Miß Barnaby, dann als Miß. Aubrey Le Blond und auch noch als Mrs. Main in den Analen auf.
Im Wallis durfte es nicht viele Gipfel geben, die sie nicht erstiegen hat, manche davon ohne männliche Begleiter. Als Mrs. Burnaby erstieg sie mit ihrem Ehemann und mit den Führern Joseph Imboden und Peter Sarbach erstmalig das Bishorn. Später hat sie viele Neutouren in Norwegen gemacht. Sie war knapp über 20 Jahre alt, als schon ihr erstes Buch erschien: „The Hiph Alps im Winter“ - wohl das erste richtige Bergbuch einer Frau, und noch dazu über Winteralpinistik!
Die touristischen Leistungen dieser erstaunlichen Frau sind deshalb besonders hoch einzuschätzen, weil sie noch nicht in Hosen zu gehen wagte. Die Krinoline fiel erst beim Einstieg.
Auszug aus: Felicitas von Reznicek; Von der Krinoline zum sechten Grad
Burnaby-Le Blond-Main geb.Hawkins-Whitshed of Killincarrik Elizabeth Alice Frances-
Aubrey „Fred”,
* London,später Killimcarrick House,Greystones,C.Wicklow in Irland,
Llandrindod Wells (Wales),1878 London,1885 Engadin (Schweiz),1900 Asien, + London
Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts unternahmen zahlreiche britische Bergsteigerinnen Hochtouren in den Alpen, die meisten von ihnen sind heute vergessen, so auch Elizabeth Main, die aufgrund von mehreren Ehen unter verschiedenen Namen, u. a. Hawkins-Withshed und Burnaby, auftrat. Sie war nicht nur eine hervorragende Bergsteigerin, die sich auch an Winterbegehungen wagte, sondern auch eine ausgezeichnete Fotografin und Autorin. 1907 gründete sie den Ladies Alpine Club, da sich die männlichen Mitglieder des Alpine Clubs weigerten, Frauen aufzunehmen, auch wenn sie die schwierigen Aufnahmebedingungen erfüllt hatten.
1861 kommt Elizabeth Alice Frances Hawkins-Whitshed in London zur Welt. Die meiste Zeit ihrer Kindheit und Jugend verbringt sie in Killimcarrick House, Greystones, C. Wicklow in Irland.
Um 1882 wird Elizabeth Burnaby aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Arzt in die Schweiz geschickt. Sie hält sich vorerst in Interlaken auf. Im Winter darauf besteigt sie von Chamonix aus den Montblanc und andere Gipfel. Mrs. Burnaby war noch vor der Jahrhundertwende auf der Aiguille du Midi, den Grandes Jorasses und dem Piz Roseg. Während drei Sommer reiste sie mit ihrem Führer Josef Imboden nach Norwegen und unternahm im Gebiet des Lyngenfjord 24 Erstbesteigungen.
Nach 1885 lebte sie fast vollständig im Engadin in der Schweiz. Dort gelangen ihr mehrere Winter-erstbesteigungen im Berninagebiet und wurde weiblicher Pionier des Winteralpinismus. Ihr Lieblingsbergführer war der Walliser Josef Imboden.
Elizabeth beendete 1900 ihre Alpinkarriere und reiste mit ihrem neuen Ehemann, Francis Bernard Aubrea Le Blond, für längere Zeit durch China,Japan,Korea,Rußland und USA. 1907 gründete Elizabeth Le Blond den Ladies-Alpine Club, deren Präsidentin sie bis 1934 blieb.
Elizabeth veröffentlichte auch, unter ihrem späteren Namen Le Blond, zu ihren Bergabenteuern mehrere Bücher. Elizabeth ist unter verschiedenen Namen bekannt geworden.
1882-1890 Begehung von 113 Hochtouren,26 Erstbesteigungen,11 Wintererstbegehungen,
24 Erstbesteigungen in Lyngenfiord (Norwegen)
1882 1.Beg.Montblanc du Tacul-Südostgrat „Normalweg“,100 HM,3444m, (Montblancgebiet)
1882 1.Frauenbest.Grandes Jorasses-Ponte Walker,4208m, (Montblancgebiet)
1883 Best.Dent de Géant,4009m, (Montblancgebiet)
1883 Winterbest.Vers.Monte Rosa bis 4200m,4534m, (Walliser Alpen)
1884 Winterbest.Vers.Piz Roseg,3942m, (Berninagebiet)
1884 1.Best.Bishorn-Ostgipfel-Pointe Burnaby über Ostgrat,4134m, (Walliser Alpen)
1884 Best.Dom,4545m, (Walliser Alpen)
1885 Best.Montblanc,4807m, (Montblancgebiet)
1885 1.Frauenbest.Grandes Jorasses,4208m, (Montblancgebiet)
1885 1.Frauenbest.u.1.Winterbest.Aiguille du Midi,3842m, (Montblancgebiet)
1889 1.Winterbest.Piz Morteratsch,3751m, (Berninagebiet)
1890 Winterbest.Piz Palü-Ostgipfel,3901m, (Berninagebiet)
1891 1.Winterüberschr.Palü-Kamm, (Bernina) ???
1894 1.Winterbest.Crast’Agüzza,3854m, (Berninagebiet)
1896 1.Winterbest.Cima di Rosso,3366m, (Bergell,Schweiz)
1896 1.Winterbest.Monte Disgrazia vom Forno,3678m, (Bergell,Schweiz)
1896 1.Winterbest.Monte Sissone,3330m, (Bergell,Schweiz)
1898 1.Winterbest.Piz Morteratsch,3751m, (Berninagebiet)
1898 1.Frauenüberschreit.Piz Palü,3901m, (Berninagruppe)
Überschreit.Zinalrothorn,4221m, (Walliser Alpen)
1.Frauenbest.Piz Roseg,3942m, (Berninagruppe)
1.Winterbest.Piz Zuppo,2996m, (Berninagebiet)
1.Winterbest.Piz Palü-Mittelgipfel,3901m, (Berninagebiet)
Gerd Schauer, Isny im Allgäu
Geboren am:
1861
Gestorben am:
27.07.1934
Erste Route-Begehung