Rudovsky Franz

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Biografie:
Dr. Franz Rudovsky:
zahlreiche Neutouren u. a. im Dachstein, Karnischen Alpen, Biegengebirge, auch Monte Bioula NW-Wand 1. B. (Grajsche Alpen), alpiner Schriftsteller;
Quelle: Jahresbericht der Hochtouristischen Gruppe "Bergland" der Sektion Wien des ÖAV (1970-1973), Seite 12


Franz Rudovsky
* 28. Jänner 1887 — (+) 12. April 1978
Mit Dr. Franz Rudovsky hat der Klub eines seiner ältesten und treuesten Mitglieder verloren (Mitglied Nr. 4). Als Student im Jahre 1909 dem Klub beigetreten, war er ihm ununterbrochen zugetan; für ihn war der Klub die Vereinigung ideal gesinnter Bergsteiger, von welchen er selbst einer der hervorragendsten gewesen ist.
In der Geschichte des Klubs finden wir ihn von 1925 bis 1933 im Ausschuß tätig, in welchen Jahren er Schriftleiter unserer ÖAZ gewesen ist; 1932 und zum Teil 1933 war er außerdem 1. Vizepräsident. über seine bergsteigerische Tätigkeit gibt sein Fahrtenbericht, den er mir in den letzten Monaten seines Daseins übergeben hatte, Aufschluß. Angeführt sind Neufahrten in den Grayischen Alpen (Mt. Bioula, Westwand), viele in den Schladminger Tauern, in der Ankogelgruppe, Dachsteingruppe, im Tennengebirge, in den Lienzer Dolomiten, im Karnischen Hauptkamm und vor allem in den Südlichen Karnischen Alpen. Gefährten waren ihm unter anderem: Ludwig Sinek, F. Schiske, Fritz Zeymer, H. Nemecek, Karl Plaichinger, K. Beer, Hans Wödl, K. Neinzling, H. Führing, Hans Püchler, V. Pillwax, Antonio Berti, E. Pichl, Pino Prati und — Mira Marko Debelakova-Derzaj. Auch schriftstellerisch hatte sich Rudovsky vielfach betätigt und zahlreiche Aufsätze in unserer ÖAZ, in der Zeitschrift des Alpenvereins, in der österreichischen Touristenzeitung, im Bergsteiger, in den Mitteilungen des Österreichischen Gebirgsvereins, in den Austria-Nachrichten und in der Allgemeinen Bergsteigerzeitung bzw. österreichischen Bergsteiger-Zeitung veröffentlicht. Außer diesen alpinen Aufsätzen schrieb Dr. Rudovsky auch eine Reie fachwissenschaftlicher Bücher und Abhandlungen. Wie das geschriebene Wort, so beherrschte er auch das gesprochene Wort, und seine Vorträge im Klub und auch im österreichischen Touristenklub waren stets voll besucht.
Außer Mitglied unseres Klubs war Rudovsky auch langjähriges Mitglied der Alpinen Gesellschaft Preintaler, der Alpinen Gesellschaft Alpenraute, Lienz, des Akademischen Alpinen Vereins, Innsbruck, und lebenslängliches Mitglied des Club Alpino Italiano. So war unserem Freund Rudovsky ein reiches, bewegtes Bergsteigerleben beschieden, dessen Ende leider von schweren Erkrankungen getrübt war.
Über sein Berufsleben sei nur gesagt, daß er 1920 das Doktorat der Veterinärmedizin erlangte, von 1920 bis 1925 an der Wiener Universität Zoologie und Botanik studierte (bei den Professoren Hatschek, Grobben, Werner, Abel, Molisch, Diener und Wettstein) und 1925 das Absolutorium der philosophischen Fakultät erhalten hat. Im April 1912, also schon vor seiner Promotion, trat er in den Dienst der Gemeinde Wien, wo er 1932 Oberveterinär-Rat und 1948 Senatsrat für die städtischen Betriebe wurde. Von 1914 bis 1918 war er Militär-Tierarzt bei verschiedenen Truppen, kam 1918 in italienische Gefangenschaft, von wo er aus Apulien 1919 heimkehrte.
Rudovsky war ein großer Alleingeher, ein naturverbundener und philosophisch hochgebildeter, bescheidener und gütiger Mensch: treu sich selbst, treu seinem Glauben, seinem Volk und seiner Heimat. Als solchen wollen wir seiner über das Grab hinaus stets gedenken. Walcher
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1979, Nr. 1424, Seite 260-261



Geboren am:
28.01.1887
Gestorben am:
12.04.1978

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