Gussenbauer Karl

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Biografie:
Dr. Karl Ignaz Gussenbauer (Carl), * Obervellach im Mölltal, ab 1894 Wien, + Wien

Carl Ignaz Gussenbauer ist in Obervellach am 30. Oktober 1842 geboren. Er war Sohn eines Wundarztes und Landchirurgen und hat es Anfang des 20. Jahrhunderts zu großem Ansehen gebracht. Man findet viel über Carl Ignaz Gussenbauer, sowohl in Geschichtsbüchern, als auch im Mölltaler Obervellach. Dort steht auch ein Gedenkstein für Gussenbauer Er entwickelte neue OP-Methoden des Magen-Darm-Trakts und der Bauchspeicheldrüse.
Karl Gussenbauer zweite Leidenschaft war der Alpinismus. Auch da hinterließ er in Kärnten Spuren, die noch heute sichtbar sind: Er war einer der ersten, die den geführten Alpintourismus gefördert haben. Gussenbauer gilt als der Erstbesteiger des Ankogels von der Mallnitzer Seite aus. Das nicht nur auf einer, sondern auf mehreren Routen. Zwei Jahre später stieg Gussenbauer dann auf die Hochalmspitze, vom Lassachkäs aus über eine Gletscherroute. Dort musste er eine Eisrinne durchsteigen. Dazu schlug er 335 Stufen in das Eis und brauchte vier Stunden. Diese bis 60° steile Eisrinne ist nach ihm benannt. Es hatte 36 Jahre gedauert, bis der nächste Alpinist diese Route gewählt hat.
Noch ein paar weitere Denkmäler wurden dem Visionär, Vordenker und Wegbereiter gesetzt. Es gibt in den Hohen Tauern eine Gussenbauerspitze, auch eine Gussenbauerhütte auf dem Wurtenkees. Er hat auch die Polinikhütte in der Kreuzeckgruppe erbauen lassen. Im Polinikhaus hatte er zeit seines Lebens freie Logis.
Gussenbauer starb am 19. Juni 1903 noch während seiner Amtszeit als Rektor der Universität Wien. Seine letzte Ruhestätte fand er in seinem Geburtsort Obervellach im Mölltal.

1869 1.Beg.Kleiner Ankogel-Südgrat,3085m, (Ankogelgruppe)
1869 1.Beg.Kleiner Ankogel-Südostflanke,3085m, (Ankogelgruppe)
1870 1.Beg.Petzeck Nordostwandrinne "Gussenbauerweg",3283m, (Schobergruppe)
1871 1.Beg.Hochalmspitze "Gussenbauerrinne",55-60°,280 HM,3362 m, (Ankogelgruppe)
1892 1.Beg.Schwarzseekopf von Südosten,2825m, (Zirknitzkamm,Goldberggruppe)

Gerd Schauer, Isny im Allgäu

Karl Gussenbauer (+)
Dr. Karl Gussenbauer. Am 19. Juni ist in Wien Hofrat Prof. Dr. Karl Gussenbauer gestorben. Alle Welt kennt dessen um die medizinische Wissenschaft hochverdienten Leistungen; seiner vor 30 Jahren auf alpinem Felde erworbenen Lorbeeren möge aber anläßlich seines nach vollendetem 60. Lebensjahre erfolgten Todes nicht vergessen werden. Er gehörte in den Zillertaler Alpen, in der Schobergruppe und in seinen heimatlichen Bergen — Gussenbauer war ein gebürtiger Ober-Vellacher — speziell auf Ankogel und Hochalmspitze zu den Ersten und zeichnete sich durch große Kühnheit und Leistungs­ fähigkeit aus. Seine glänzendste Leistung war die anfangs der Siebzigerjahre ausgeführte Besteigung der Hochalmspitze aus dem Lassachwinkel über die zwischen der aperen und schneeigen Spitze hinan­ führende enorm steile Eisrinne, eine stramme Tur, die seitdem noch nicht wiederholt wurde, aber einen Maßstab für die auch im sonstigen Leben bezeugte Zähigkeit und deutsche Kampffreudigkeit Gusscnbauers abgibt.
H.W.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1903, Folge 637, Seite

Geboren am:
30.08.1842
Gestorben am:
19.06.1903

Erste Route-Begehung