Hoffmann Helmut
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Biografie:
Dr. Helmut Hoffmann zum Gedächtnis.
Am 13. August 1936 ist unser Mitglied Dr. phil. Helmut Hoffmann an der Sciora di Fuori in den Bergeller Bergen tödlich abgestürzt.
Dr. Hauptner von der Sektion Berlin des D.u.Ö.A.V., der Dr. Hoffmann als Vorstandsmitglied angehörte, gab ihm anläßlich der Beisetzung am 21. August 1936 folgenden Nachruf:
„Im Namen der Sektion Berlin des D.u.Ö.A.V. trete ich an diesen Sarg, der das Sterbliche unseres verehrten lieben Sektions- und Vorstandsmitgliedes Dr. Helmut Hoffmann birgt.
"Ich habe mich der Jungmannschaft auf ihren Bergfahrten angeschlossen", schrieb mir Dr. Hoffmann noch vor wenigen Wochen in heller Begeisterung.
Er, der erfahrene Bergsteiger, widmete sich der Jugend zu ihrer alpinen Ertüchtigung, wie es von der Hauptleitung des Alpenvereins gefordert wird, die Jugend in der Hochturistik zu unterweisen.
War doch auch er als junger Student in den Akademischen Alpenverein Berlin sowie in die Akademische Sektion Berlin, unsere Tochtersektion, eingetreten, wo er sich die Sporen der Hochturistik schnell verdiente und sich durch ganz hervorragende bergsteigerische Leistungen auszeichnete. Erst im Februar 193Z trat er zur Sektion Berlin über, und noch im gleichen Jahre wurde er in unseren Vorstand berufen.
Der Ruf, der ihm vorangegangen war, erwies sich nicht nur durch seine bergsteigerischen Taten als berechtigt, sondern auch durch seine Persönlichkeit; hier waren ein klarer Sinn, Gewissenhaftigkeit, Arbeitsfreude, ruhige, vornehme Zurückhaltung mit seltener Bescheidenheit gepaart. Er hatte sich des in ihn gesetzten Vertrauens in vollstem Maße würdig erwiesen.
Diese Tugenden sind für uns Beweis, daß die Ursachen des Unglücks, das ihn betroffen, nicht im Draufgängertum begründet sind, sondern in den Gefahren, die die Alpen eben bergen, denen wir alle ausgesetzt sind und die die berühmtesten Bergsteiger betroffen haben. Wie von diesen darf auch von Helmut Hoffmann gesagt werden, er hat angesichts des ihm durch seine bergsteigerischen Taten zuteil gewordenen Glückes
nicht umsonst gelebt.
Das Lob höchster Sportleistungen brachte uns die soeben beendete 11. Olympiade; hier wurden Mut und Körperleistungen gefeiert. Wir Alpinisten rechnen uns nicht zu den Sportsmännern, wenn auch im Alpinismus die gleichen Tugenden Bedingung sind.
Hoch darüber steht uns die Liebe zur Natur, die Loslösung von den Niederungen des Lebens und der Erde; wir suchen in dem Äther der Bergeshöhen Ewigkeitswerte. Helmut Hoffmann hat sie genossen; auch für ihn gilt das Wort Lord Byrons, das Theodor von Wundt seinen Matterhornhelden im höchsten Glück alpinen Erlebens sagen läßt:
"Nicht in mir selber leb' ich, nein,
Ich werde ein Teil der Welt, die mich umgibt.'
So wird Helmut Hoffmann in der Erinnerung des D.u.Ö.A.V. fortleben; die Sektion Berlin wird ihm ein ehrendes Andenken für immer bewahren."
Ein tragischer Unglücksfall, nicht Leichtsinn tind Unerfahrenheit, war es, der dem Bergsteigerleben unseres Dr. Hoffmann ein jähes Ende setzte; denn sein Turenverzeichnis weist eine Fülle von Fahrten auf, die nur von wenigen, besonders befähigten und erfahrenen Bergsteigern ausgeführt werden können. Es seien hier nur genannt:
Cima Garibaldi, Aufst. Südgrat;
Bayerländerturm, Aufst. Ostwand;
Dreitorspitze, Aufst. Ostwand;
Dreitorspitze, Aufst. Südostwand, Ostgrat;
Bayerländerturm, Aufst. Südostkante;
Oberreintalschrofen, Aufst. Südverschneidung, 6. Begehung;
Musterstein, Aufst. Südwand, Weg Kubanek-Spindler;
Westliche Zinne, Ostwand;
Kleinste Zinne, Preußriß;
Große Zinne, Nordwestpfeiler, Stößerweg und Nordwand;
Bayerländerturm, Südwestwand, 4. Begehung;
Schüsselkarspitze, Südwand, Herzog-Fiechtl-Weg;
Partenkirchner
Dreitorspitze, Nordostgipfel, direkte Nordwand, 5. Begehung.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1937, Folge 1178, Seite 31
1933 1.Winterbeg.Zsigmondyspitze (Feldkopf)-Westsüdwestgrat,3087m, (Zillertaler Alpen)
Gerd Schauer, Isny im Allgäu
Gestorben am:
13.08.1936
Erste Route-Begehung