Wetterstein-Gebirge und Mieminger Kette

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Staat(en):
Deutschland
Österreich
Gebirgsabgrenzung:
Loisach bis Garmisch-Partenkirchen -- Kankerbach -- Kranzbach -- Isar bis Scharnitz -- Drahnbach -- Seefelder Sattel -- Niederbach -- Inn -- Gurglbach -- Nassereith -- Fernpaß -- Ehrwald -- Loisach

Aus dem Wetterstein-Gebirge
Eine großartige Leistung vollbrachten sechs bzw. fünf Mitglieder der AV-Sektion Oberland, München.
Albrecht Helmut, Bundsack Eduard, Jordan Manfred, Obster Reinhold, Wels Horst und Wolf Günter.
Sie bewältigten in der Zeit vom 15. bis 21. Februar 1959 erstmals zusammenhängend den Grat von der Barbarahütte zur Zugspitze (Jubiläumsgrat) und weiter über Schneefernerkopf, Hochwanner, Schüsselkarspitze, Leutascher und Partenkirchener Dreitorspitze, Meilerhütte, Musterstein, Wetterwand und Wetterspitzen nach Mittenwald. Einzelne Teile dieses gewaltigen Grates wurden schon Jahre zuvor im Winter überschritten. Am 15. Februar um 4.00 Uhr verließen die sechs Münchner die Barbarahütte. Bei der Überschreitung des Jubiläumsgrates verlor einer der Teilnehmer seinen Rucksack, der auf die Seite der Meilerhütte hinunterkollerte. Um 18.30 Uhr des gleichen Tages erreichten sie das Münchner Haus auf der Zugspitze, wo sie von Anselm Barth, dem Wirt, in Empfang genommen wurden.
Am folgenden Tag galt es, den verlorenen Rucksack zu suchen. Am 17. wurde die Überschreitung ohne den jungen Reinhold Obster fortgesetzt; er wollte von Anfang an nur den ersten Teil mitmachen. Nach dem Grat, der mit dem Schneefernerkopf das Zugspitzplatt umrahmt, gelangten die fünf Bergsteiger ins „Gatterl", wo sie ihr erstes Biwak bezogen. Schon im Dezember hatten sie sich drei Lebensmittel-Depots eingerichtet: Gatterl, Wangscharte und Meilerhütte. Die Pakete wogen etwa 10 Kilo und enthielten Schokolade, Dörr-obst, Nüsse, geröstete Haferflocken, geröstetes Brot, Honig, Hershey-Sirup, Ovomaltine, Benzin und Speck, der allerdings nicht mehr genießbar war. Am Abend des ersten Biwaks trat leichter Schneefall ein. In der Nacht besserte sich das Wetter aber wieder.
Weiter gings am nächsten Tag (18. 2.) über Hoher Kamm, 2371 m, Kleiner Wanner, 2546 Hochwanner, 2746 m, Hinterreintal-Schrofen, 2674 m, und Teufelsgrat, 2634 m, bis in die Grateinsenkung vor dem Hundsstallkopf, 2559 m, wo das zweite Biwak eingerichtet wurde. Die gute Wetterlage hielt weiterhin an.
Es folgte am 19. 2. die Fortsetzung über Hundsstallkopf, Oberreintal-Schrofen, 2623 m, und Scharnitzspitze, 2463 m, bis in die Wangscharte, wo das zweite Depot jedoch ausgeplündert war und das dritte Biwak durchgehalten wurde. Das an diesem Tag bewältigte Teilstück erwies sich als das schwierigste. Trotz des unvorhergesehenen Mangels an Lebensmitteln konnte am 20. 2. die Überschreitung fortgesetzt werden: Schüsselkarspitze, 2537 m, — Westgrat, Leutascher Dreitorspitze, 2673 m, — Südwestgrat, Partenkirchner Dreitorspitze, 2633 m, Meilerhütte, 2376 m. Dort wurde das dritte Depot wohlbehalten vorgefunden und genächtigt. Der 21. 2. sah alle fünf Bergsteiger in bester Verfassung bei der Überschreitung des sehr langen Grates über Musterstein und Wetterwand nach Mittenwald.
Über diese großartige Fahrt konnte man anschließend in Tageszeitungen und alpinen Zeitschriften, von denen der Pressebericht ungeprüft übernommen worden ist, lesen, daß an der Meilerhütte zwei Bergsteiger die Überschreitung wegen leichten Erfrierungen abbrechen mußten, was mit diesem authentischen Bericht richtiggestellt sei. Der gleiche Grat, jedoch in umgekehrter Richtung und nur bis zur Zugspitze, wurde im Dezember 1958 in der unwahrscheinlich kurzen Zeit von vier Tagen von den beiden Ulmern Georg Maier und Hannes Niederberger überschritten.
Das Unternehmen der „Oberländer" stand nicht, wie die Tagespresse meldete, mit irgendwelchen Vorbereitungen für eine Himalaya-Expedition in Verbindung.
Quelle: Der Bergkamerad 1958/59, Seite 464-465

Winterbegehungen. Am 1. Januar 1959 durchstiegen Georg Maier, Hannes Niederberger und Hans Simon erstmals im Winter die Südwestwand der Westlichen Plattspitze. Anschließend überschritt die Dreierseilschaft in der Zeit vom 2. bis 6. Januar ebenfalls erstmals im Winter den gesamten Grat der Mieminger Gruppe bei sehr viel Neuschnee, und zwar 17 Gipfel, begonnen mit dem Nordgrat der Drachenköpfe über Grünstein, Griesspitzen, Hochplattig Hochwand bis zur Hohen Munde.
Quelle: DAV Mitteilungen 1959, Heft 1, Seite 18

Winterbegehung des Wettersteingrates.
Drei Seilschaften der Sektion Oberland (München) unter Führung des Jungmannschaftsleiters Horst Wels brachen am 15. Februar vom Kreuzeck auf, um auf dem Jubiläumsweg zur Zugspitze zu steigen und von hier den gesamten Hauptgrat des Wettersteins bis Mittenwald zu überschreiten. Das "Garmisch-Partenkirchner Tagblatt" berichtet über die großzügige bersteigerische Unternehmung:
„Die sechs jungen Münchner, von ihrer Sektion vorbildlich ausgerüstet, waren am 15. Februar von der Barbarahütte um 4 Uhr aufgebrochen und hatten den Jubiläumsweg gemacht, auf dem sie schon einen Rucksack verloren, der unter anderem ihren Spezialkocher enthielt. Er war bei den Inneren Höllentalspitzen in das "weiße Tal" gekollert. Spät am Abend kamen die Bergsteiger wohlbehalten im "Münchner Haus" an. Bei Anselm Barth schliefen sie sich noch einmal richtig aus vor ihrem strapaziösen Unternehmen, zu dem noch eine Extratour hinzukam, weil man ins "weiße Tal" eine Suchaktion unternehmen mußte, um den Rucksack wiederzufinden. Am 17. Februar begann die eigentliche Tour. Sie führte über Zugspitzeck, Schneefernerkopf, Plattspitzen, Gatterlkopf, Gatterl (1. Biwak), Kleinen und Großen Wanner, Oberreintalschrofen (2. Biwak kurz vor der westlichen Wangscharte), Scharnitzspitze, Schüsselkarspitze, Leutascher und Partenkirchner Dreitorspitze (3. Nächtigung in der Meilerhütte). Hier mußten zwei der Bergsteiger die Tour abbrechen, weil sie sich leichte Erfrierungen zugezogen hatten. Für die vier anderen war von der Meilerhütte aus noch die gesamte Querung über den Wettersteingrat nach Mittenwald zu bewältigen. Sie kamen dort am 22. Februar um 14 Uhr wohlbehalten an. Glücklicherweise war während der ganzen Woche das Wetter - wenn auch bei scharfer Kälte - heiter geblieben. In umgekehrter Richtung wurde der Wettersteingrat bereits einmal im Winter begangen. Am 27. Dezember 1955 brachen die Ulmer Georg Maier und Hannes Niederberger von Mittenwald auf und folgten trotz Kälte und Sturm dem Grat über 38 Gipfel bis zur Zugspitze. Die beiden Ulmer hatten dreimal biwakiert.
Quelle: DAV Mitteilungen 1959, Heft 1, Seite 57

Gipfel der Gebirgsgruppe:


Alpspitze
Arnplattenspitze (Hintere Arnspitze)
Arnspitze Große
Arnspitze Mittlere
Bärnheimatkopf
Bayerländerturm
Berggeistturm Oberer
Berggeistturm Unterer
Bernadeinwand
Blassenspitze
Breitenkopf (Mieminger Berge)
Brunnentalkopf
Drachenkopf Hinterer (Mieminger Berge)
Drachenkopf Vorderer (Mieminger Berge)
Drei Scharten
Dreizinkentürme
Frauenalplkopf
Frauenalplspitzen
Gaif Hoher
Gamsanger (Wettersteingebirge)
Gatterlkopf Mittlerer
Gatterlkopf Östlicher (Vorderer)
Gatterlkopf Westlicher (Hinterer)
Gehrenspitze
Grießspitze Östliche
Grießspitze Westliche
Grünstein
Haberlenz
Handschuhspitze
Hinterreintalschrofen
Hirschbichlkopf
Hochblassen Hauptgipfel
Hochblassen Signalgipfel
Hochplattig Hauptgipfel
Hochplattig Ostgipfel (Signalgipfel)
Hochplattig Westeck
Hochwand Nordostgipfel
Hochwand Südwestgipfel
Hochwannenkopf
Hochwanner (Wettersteingebirge)
Hochwannig
Höhlenkopf (Wettersteingebirge)
Höllentalspitze Äußere
Höllentalspitze Innere
Höllentalspitze Mittlere
Höllentorkopf (Wettersteingebirge)
Höllkopf
Hundsstall Großer
Hundsstall Kleiner
Hundsstallkopf Großer
Hundsstallkopf Kleiner
Iglsköpfe Nordgipfel
Iglsköpfe Südgipfel
Issentalköpfl
Jungfernkarkopf
Karkopf (Mieminger Berge)
Kirchturm Großer
Kirchturm Kleiner
Kreuzjoch (Wettersteingebirge)
Leutascher Dreitorspitze
Marienbergspitze Östliche
Marienbergspitze Westliche
Mitterspitze Mittlere (Mieminger Berge)
Mitterspitze Östliche (Mieminger Berge)
Mitterspitze Westliche (Mieminger Berge)
Mitterturm
Munde Hohe Ostgipfel
Munde Hohe Westgipfel
Musterstein
Oberreintaldom
Oberreintalkopf Nördlicher
Oberreintalschrofen
Oberreintalturm
Öfelekopf Ostgipfel
Öfelekopf Westgipfel
Pantherkopf (auch Nussenkopf oder Gschwendtnerkopf)
Partenkircher Dreitorspitze - Mittelgipfel
Partenkircher Dreitorspitze - Nordostgipfel
Partenkircher Dreitorspitze - Westgipfel
Plattspitze Östliche (Wettersteingebirge)
Plattspitze Westliche (Wettersteingebirge)
Predigtstuhl (Wettersteingebirge)
Rauhkopf (Wettersteingebirge)
Riffelköpfe Mittlerer
Riffelköpfe Östlicher
Riffelköpfe Westlicher
Riffelspitze Nördliche
Riffelspitze Südliche
Riffeltorkopf
Riffelwandspitze Große
Riffelwandspitze Kleine
Roßberg (Wettersteingebirge)
Rotplattenspitze
Scharnitzspitze
Schartenkopf (Mieminger Berge)
Schneefernerkopf
Schönangerspitze
Schönberg(Wettersteingebirge)
Schöneckspitze
Schoßkopf Östlicher
Schoßkopf Westlicher
Schüsselkarspitze
Schüsselkarspitze - Westgratturm
Schüsselkarturm Oberer
Schüsselkarturm Unterer
Signalkuppe (Wettersteingebirge)
Simmering
Söllerkopf Östlicher
Söllerkopf Westlicher
Sonnenspitze Hauptgipfel - Ehrwalder Sonnenspitze (Mieminger Berge)
Sonnenspitze Signalgipfel (Mieminger Berge)
Sonnenspitzl (Wettersteingebirge)
Tajakopf Hinterer
Tajakopf Vorderer
Törlspitze - Östliche (Wettersteingebirge)
Törlspitze - Westliche (Wettersteingebirge)
Törlturm - Östlicher (Wettersteingebirge)
Törlturm - Westlicher (Wettersteingebirge)
Tschirgant
Vollkarspitze
Wampeter Schrofen - Nordgipfel
Wampeter Schrofen - Südgipfel
Wangscharte Östliche
Wangscharte Westliche
Wankspitze Südliche
Wanner Kleiner
Waxenstein Großer
Waxenstein Hinterer - Hauptgipfel
Waxenstein Hinterer - Windhaspel
Waxenstein Kleiner
Wetterspitze Mittlere (Wettersteingebirge)
Wetterspitze Nördliche (Wettersteingebirge)
Wetterspitze Östliche (Wettersteingebirge)
Wettersteinkopf
Wettersteinspitze Obere
Wettersteinspitze Untere
Wettersteinwand
Wetterwandeck
Zirbelkopf
Zugspitze
Zugspitzeck
Zundernkopf Mittlerer
Zundernkopf Nördlicher
Zundernkopf Nordwestlicher
Zundernkopf Südlicher
Zwölferkopf (Wettersteingebirge)

Höchster Gipfel der Gebirgsgruppe:

Zugspitze
Höhe:
2.964 m